2. Dezember

Kein Platz in der Herberge

Nervös, abgehetzt, gestresst, ausgelastet
durch Arbeiten, Verpflichtungen.
Mein adventlicher Terminkalender ist voll.

Du fragst, ob ich Platz habe für dich?
Du willst bei mir wohnen?
Warum ausgerechnet bei mir?

Tut mir leid, Jesus,
aber im Augenblick ist in meinem Leben
wirklich überhaupt nichts mehr frei.
Manchmal weiß mich gar nicht,
was wir vor Corona gemacht haben.
Immer neue Regeln,
kaum zu glauben, an was alles gedacht werden muss...

Du bist nicht sehr anspruchsvoll...?

Nun ja, kurz vor dem Einschlafen
könnte ich in meinem Kopf etwas frei machen
für dich.

Du meinst, das reicht?
Damit gibst du dich zufrieden?

Verzeih meine Engherzigkeit!
Lass uns zusammen meinen Tag überprüfen
und endlich alles entfernen,
was sich längst viel zu breit gemacht hat.

Bestimmt ist dann viel mehr Platz für dich da,
als ich dachte.

Gisela Baltes (verändert)