23. Dezember

Weihnachten geschieht

Weihnachten kann man nicht machen – Weihnachten geschieht und wird und ist. Weihnachten – das ist das Geschenk Gottes an uns Menschen. Und Weihnachten ist und war und wird sein – egal, ob alle Fenster geputzt sind, wir alle Geschenke haben, die Weihnachtspost erledigt ist, es in den Geschäften keine Christbaumkerzen mehr gibt. Mit all unseren Einkaufslisten, raffinierten Menüvorschlägen, den liebevoll ausgesuchten Geschenken, all unseren Vorbereitungen können wir Weihnachten nicht machen – Weihnachten geschieht! Welche eine Entlastung und welch ein Geschenk; vielleicht das allergrößte Geschenk, das uns in diesen Tagen geschenkt wird.

Und der, der uns das schenkt, das ist nicht irgendeiner und nicht der Nachbar von nebenan – das ist Gott höchstpersönlich. Ohne ihn gäbe es dieses Fest überhaupt nicht. Und dieses Fest ist völlig unabhängig von all unserem Machen und Tun. Weihnachten findet nicht erst dann statt, wenn wir alle Geschenke bestens ausgesucht haben, alle Karten geschrieben sind, die Wohnung auf Vordermann gebracht ist – nein, Weihnachten ist. Findet statt, einfach so, ohne Bedingungen, ohne unsere Vorleistung. Manchmal, wenn wir am Planen und Vorbeireiten bin, wenn wir mal wieder alles gut und richtig machen wollen, dann tut es gut, uns daran erinnern zu lassen.

Weihnachten ist.
Gott ist Mensch geworden – das war und ist und wird.
Weihnachten war und ist und wird sein.
Gott kommt uns entgegen.
Gott wird Mensch.

Da liebt uns einer so sehr, dass er nicht wartet, bis wir mit allem fertig sind, sondern kommt uns einfach entgegen. Er kommt mitten hinein in unsere Berge von Geschenkpapier, ist da zwischen Gänsebraten und Parfüm, ist da beim Familienkrach an Heiligabend, ist am Bett des Kranken, ist im Glockengeläut in der Christnacht.

Und das ist das Geheimnis dieser Nacht – der heiligen Nacht: Längst, bevor wir irgendetwas tun und egal was wir tun, ist er schon da, kommt uns entgegen.